Schluss mit dem Schwerverkehr durch die Rudolfstraße

Nach wie vor donnert der Schwerverkehr durch die Rudolfstraße (Foto: Ahoi Linz)

Nach wie vor donnert der Schwerverkehr durch die Rudolfstraße (Foto: Ahoi Linz)

Gemeinsamer Antrag von Ahoi und KPÖ: Donautalbrücke muss endlich Entlastung für Linzerïnnen bringen

Die Gegend rund um die Rudolfstraße ist seit Jahrzehnten eine der am stärksten belasteten Verkehrsachsen im Linzer Norden. Tausende Menschen leben in diesem dicht besiedelten Wohngebiet, hunderte davon direkt an der Straße. Tag für Tag sind sie Lärm, Abgasen und Erschütterungen ausgesetzt – besonders durch den Schwerverkehr. Die Folgen sind gravierend: Eingeschränkte Lebensqualität, gesundheitliche Belastungen, unsichere Schulwege und ein permanentes Gefühl mangelnder Sicherheit.

Donautalbrücke: Gebaut, aber wenig genutzt

Mit der Verkehrsfreigabe der Donautalbrücke im Herbst 2024 steht dem Schwerverkehr längst eine leistungsfähige und genau dafür vorgesehene Alternative zur Route über Rudolfstraße und Nibelungenbrücke zur Verfügung. Diese Infrastruktur wurde nicht nur von Bund und ASFINAG finanziert, sondern auch von der Stadt Linz mitgetragen: Rund 15 Millionen Euro hat Linz allein in den ersten Bauabschnitt investiert.

Ahoi-Gemeinderat Clemens Brandstetter bringt es auf den Punkt:

„15 Millionen Euro hat Linz in die Donautalbrücke investiert. Es ist die Verantwortung des Bürgermeisters, dafür zu sorgen, dass diese Investition der Linzer Bevölkerung konkret zugutekommt und die Menschen im Bereich der Rudolfstraße endlich vor Schwerverkehr geschützt werden.“

Doch genau dieser Nutzen bleibt bislang aus. Trotz neuer Brücke nutzt der Schwerverkehr weiterhin in hohem Ausmaß die alte Route – schlicht, weil sie minimal kürzer und ein paar Minuten schneller ist. Ein bekanntes Prinzip der Verkehrsplanung: Verkehr folgt dem Weg des geringsten Widerstands. Ohne politische Steuerung gibt es keine Entlastung.

Obwohl eine kostspielige Brücke in das Donautal geschlagen wurde, leiden Linzer Einwohnerïnnen rund um die Rudolfstraße nach wie vor unter den immensen Belastungen des durchziehenden Transitverkehrs. (Foto: Ahoi Linz)

Durchzugsverkehr ohne Ziel in Urfahr

Besonders problematisch ist, dass es sich beim Großteil des Schwerverkehrs nicht um Ziel- oder Quellverkehr im westlichen Urfahr handelt. Vielmehr geht es um reinen Durchgangsverkehr, etwa:

  • Holztransporte aus dem Böhmerwald
  • Güter- und Futtertransporte aus dem Ennshafen
  • Tiertransporte zu Schlachtbetrieben und in den Linzer Osten
  • Industrie- und Gewerbeverkehr zwischen dem westlichen Mühlviertel (B127) und der A7 bzw. dem Hafen

Für all diese Verkehre gibt es keine sachliche Notwendigkeit, ein dichtes Wohngebiet zu durchqueren. Die Donautalbrücke wurde genau für diese Relationen errichtet.

Unsere Lösung: Gezielt, fair und umsetzbar

Ahoi Linz setzt sich daher für eine klare und differenzierte Lösung ein:

  • Ganztägiges Fahrverbot für LKW ab 7,5 Tonnen
  • im Abschnitt zwischen Rudolfstraße 1 und Rudolfstraße 37 (Höhe Webergasse)
  • ausgenommen Ziel- und Quellverkehr

Damit wird der Schwerverkehr konsequent auf die Donautalbrücke gelenkt, während notwendiger regionaler Güterverkehr – etwa aus Richtung Hagenstraße für Lichtenberg, Gramastetten oder St. Veit – weiterhin möglich bleibt. Der Schwerverkehr aus der Hagenstraße soll an der Kreuzung verpflichtend Richtung Donautalbrücke geführt werden.

Diese Lösung bringt drei entscheidende Vorteile:

  1. Spürbare Entlastung für tausende Anrainerïnnen
  2. Sichere Versorgung der umliegenden Gemeinden ohne unverhältnismäßige Umwege
  3. Klare, kontrollierbare Regeln, die auch durchsetzbar sind

Lebensqualität statt Durchzugsroute

Die zusätzliche Fahrzeit über die Donautalbrücke ist für den Schwerverkehr gering. Der Gewinn an Lebensqualität für die Menschen entlang der Rudolfstraße hingegen ist enorm: weniger Lärm, bessere Luft, mehr Sicherheit – insbesondere für Kinder und ältere Menschen.

Gerade weil die Stadt Linz einen erheblichen finanziellen Beitrag zum Bau der Donautalbrücke geleistet hat, ist es zumutbar und verhältnismäßig, den Schwerverkehr auf jene Infrastruktur zu lenken, die genau dafür gebaut wurde.

Unser Antrag im Gemeinderat

Ahoi Linz hat daher gemeinsam mit der KPÖ einen Antrag im Gemeinderat eingebracht:

„Bürgermeister Dietmar Prammer wird in seiner Funktion als Träger der Bezirksverwaltung ersucht, zum Schutz der Anrainerïnnen die Voraussetzungen eines ganztägigen Fahrverbotes für Lastkraftwagen ab 7,5 Tonnen mit Ausnahme von Ziel- und Quellverkehr zwischen der Rudolfstraße 1 und der Rudolfstraße 37 in beiden Fahrtrichtungen gem. § 43 Abs. 2 StVO zu prüfen und gegebenenfalls entsprechend zu verordnen.“

Der Antrag wird in der 36. Gemeinderatssitzung, am 22.01.2026 behandelt. Unser Ziel ist klar: Schutz der Wohnbevölkerung, wirksame Nutzung öffentlicher Investitionen und eine Verkehrspolitik, die die Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Die Donautalbrücke ist da. Jetzt muss sie auch wirken.


Thema wird weiter diskutiert: Antrag bringt Zuweisung in den Ausschuss

In der 36. Gemeinderatssitzung bekannte sich Bürgermeister Dietmar Prammer grundsätzlich zur Notwendigkeit einer Verkehrsverlagerung und stimmt mit der Ahoi-Analyse überein. Unsere Forderung eines LKW-Fahrverbots in der Rudolfstraße zum Schutz der Urfahraner Bevölkerung wurde weitgehend positiv aufgenommen. Bis auf die FPÖ haben alle Fraktionen für eine Zuweisung in den Ausschuss gestimmt. Entscheidend ist nun, dass die Debatten dort nicht im Sand verlaufen.

Foto: Ahoi Linz
Brummmm. (Foto: Ahoi Linz)

„Die Anrainerïnnen brauchen keine weiteren vertröstenden Bekenntnisse, sondern baldige spürbare Entlastung. Dafür muss die Stadt auch bereit sein, Konflikte mit dem Land auszutragen.“

Clemens Brandstetter, Ahoi Linz
Der Antrag M14 wurde in der Gemeinderatssitzung diskutiert. (ab Min. 5:56:30) – Clemens Brandstetter: „Ein bekanntes Prinzip der Verkehrsplanung: Verkehr folgt dem Weg des geringsten Widerstands. Ohne politische Steuerung gibt es keine Entlastung.“

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