Der Bahnhof Linz-Wegscheid liegt an einer der wichtigsten Bahnstrecken im oberösterreichischen Zentralraum. Und er spielt im heutigen Verkehrsnetz eine traurige, marginalisierte Rolle. Wer sich die Situation vor Ort ansieht, merkt schnell warum: Der Bahnhof ist infrastrukturell veraltet, schlecht erreichbar und nicht sinnvoll mit Bus und Stadtverkehr verknüpft. Wir haben einen innovativen Verbesserungsvorschlag.
Einleitung und Hintergrund – Der Ahoi-Antrag für eine 5er-Bim:
Der Verkehrsknotenpunkt Wegscheid steht in engem Zusammenhang mit der von uns vorgeschlagenen Linie 5. Denn in der nächsten Sitzung des Linzer Gemeinderats bringen wir einen Antrag für eine neue Straßenbahnlinie ein. Unter dem Titel „5er-Bim“ schlagen wir eine tangentiale Straßenbahnverbindung im Linzer Süden vor. Die Linie soll künftig von der Trauner Kreuzung bis zum Pichlinger See führen. Eine zentrale Idee unserer Vision ist die Neupositionierung der S-Bahn-Haltestelle Linz-Wegscheid. Mehr dazu in unserem Beitrag auf ahoi-linz.at: „5er-Bim: Eine neue Straßenbahnlinie für den Linzer Süden“ (06.03.2026)

Bahnhof Linz Wegscheid 2026: Nur unhübsch oder ein Fall für den Caterpillar?
Der Bahnhof hat zwar eine Telefonzelle und einen Postkasten, aber den Anforderungen einer modernen S-Bahnhaltestelle genügt er nicht. Die Anlage ist nicht barrierefrei (es gibt keinen Lift), infrastrukturell veraltet und heruntergekommen. Auch die Pyhrnbahnbrücke stammt aus der Zeit um 1970. Auch hier wird es mittelfristig Sanierungs- oder Erneuerungsmaßnahmen geben müssen.












Die entscheidende Frage ist daher nicht ob investiert wird, sondern wie wir diese Investitionen für die Stadtentwicklung strategisch optimal nutzen können. Wenn ohnehin gebaut und saniert werden muss, wäre es naheliegend, die Gelegenheit zu nutzen und den Standort gleich zu einem funktionierenden Nahverkehrsknoten weiterzuentwickeln.
Eine S-Bahn-Haltestelle am nicht ganz richtigen Ort
Wenn man sich das öffentliche Verkehrsnetz in Linz genauer ansieht, wird schnell klar: Im Linzer Südwesten fehlt eine attraktive Umsteigebeziehung zwischen der S-Bahn und dem städtischen öffentlichen Verkehr. Die S-Bahn Haltestelle Linz-Wegscheid befindet sich derzeit in einer funktionalen Randlage. Die Buslinien 11, 19, 41 und 43 fahren zwar im Umfeld vorbei, halten aber nicht direkt beim Bahnhof. Wer von Bus auf S-Bahn umsteigen möchte, muss teilweise mehrere hundert Meter zu Fuß gehen. Die nächstgelegenen Haltestellen liegen 500 beziehungsweise 900 Meter entfernt und damit deutlich über jenen Distanzen, die Verkehrsplanerïnnen für einen funktionierenden Umsteigeknoten als sinnvoll erachten.

Als Lösung schlagen wir eine Neupositionierung der S-Bahn Haltestelle Linz-Wegscheid vor, also eine Verlegung um etwa 300 Meter in Richtung der Pyhrnbahnbrücke.
S-Bahn-Station Salzburg-Gnigl als Vorbild
Wie so ein Knoten funktionieren kann, zeigt ein Blick nach Salzburg. Bei der S-Bahn-Station Gnigl wurde genau dieses Prinzip umgesetzt. Dort fährt die S-Bahn unter einer Brücke, während auf der Brücke mehrere Buslinien halten. Dadurch entstehen sehr kurze Umsteigewege zwischen Bahn und Bus. Ein ähnliches Konzept könnte auch in Wegscheid funktionieren, wenn die Haltestelle entsprechend neu positioniert und gestaltet wird.





Eine Nahverkehrsdrehscheibe an der Schnittstelle zwischen Linz, Leonding und Traun
Die Neupositionierung und Entwicklung eines verkehrlich optimal gelegenen Nahverkehrsdrehscheibe im Linzer Südwesten, an der Schnittstelle zu Leonding und Traun, hätte eine Wirkung weit über den Stadtteil Neue Heimat hinaus. Auch Leonding-Doppl, der Trauner Stadtteil St. Martin sowie der gesamte oberösterreichische Zentralraum würden von einer verbesserten Verknüpfung profitieren. Aufgrund dieser regionalen Bedeutung ist eine finanzielle Beteiligung der angrenzenden Gemeinden sowie des Landes Oberösterreich sachlich naheliegend.
Pendlerïnnenstadt Linz
Eine leistungsstarke Nahverkehrsdrehscheibe im Linzer Südwesten ist auch deshalb wichtig, weil Linz eine ausgeprägte Pendlerïnnenstadt ist. Täglich pendeln über hunderttausend Menschen zum Arbeiten nach Linz ein. Gleichzeitig hat besonders der Linzer Süden in den vergangenen Jahren ein starkes Bevölkerungswachstum erlebt. Diese Entwicklung setzt die bestehende Verkehrsinfrastruktur zunehmend unter Druck und führt insbesondere in den Spitzenzeiten zu spürbaren Staus.
Der Ausbau der Pyhrnstrecke wurde im Zielnetz 2040 der ÖBB aufgenommen. Hier wird ebenfalls ein 15 Minuten Takt bis Rohr-Bad Hall angestrebt. Mit dem geplanten Ausbau der S-Bahn auf zum 15-Minuten-Takt wird die Bedeutung dieser Bahninfrastruktur weiter steigen.
Damit diese Angebote ihre Wirkung entfalten können, braucht es gut funktionierende Umsteigepunkte zwischen Bahn, Bus, Straßenbahn, Rad- und Fußverkehr. Genau darum schlagen wir die Entwicklung des Nahverkehrsknoten Linz-Wegscheid Neu vor.
Unabhängig von der „5er-Bim” sinnvoll
Ein wichtiger Punkt ist: Die Entwicklung eines NVK Linz-Wegscheid ist unabhängig vom Vorschlag zur Errichtung einer Tangentiallinie im Linzer Süden sinnvoll. Die Linie 43 fährt bereits heute über die Pyhrnbahnbrücke. Eine direkte Haltestelle mit Umsteigemöglichkeit zur S-Bahn würde somit auch ohne weitere Netzerweiterung einen unmittelbaren Mehrwert für Pendlerïnnen und Bewohnerïnnen schaffen und die Linie 43 besser mit dem überregionalen Schienennetz verknüpfen.
Warum es wichtig ist, jetzt zu handeln:
Die S-Bahn-Haltestelle Linz-Wegscheid zeigt symbolisch, was in der Linzer und oberösterreichischen Verkehrspolitik seit Jahren schief läuft. Die Infrastruktur ist veraltet und fristet ein Dasein in funktionaler Randlage. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung im Linzer Süden und in den Umlandgemeinden weiter, während die Verkehrssysteme vielerorts an ihre Grenzen stoßen. Weder Pendlerïnnen noch Bewohnerïnnen haben eine schnelle, verlässliche und angenehme Alternative zum Auto. Die Folge sind überlastete Straßen und nervenaufreibende Staus.
Große Infrastrukturprojekte entstehen nicht über Nacht. Planung, Abstimmung, Finanzierung und Umsetzung dauern oft viele Jahre. Wenn wir wollen, dass der öffentliche Verkehr im Linzer Süden und im oberösterreichischen Zentralraum endlich besser wird, müssen wir heute beginnen, die Grundlagen dafür zu legen.
Mit unserem Vorschlag wollen wir einen Impuls setzen und Schwung in die Debatte bringen. Denn ein leistungsfähiger öffentlicher Verkehr ist keine Luxusfrage, sondern eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Alle Linzerïnnen sollen die Möglichkeit haben, schnell, verlässlich und leistbar mit dem öffentlichen Verkehr durch die Stadt zu kommen.
Wenn dir diese Vision gefällt, sprich darüber: mit Freundïnnen, mit Arbeitskollegïnnen oder in deiner Familie. Gute Ideen werden stärker, wenn viele Menschen darüber reden.
Weiterführende Links und Informationen
- Blog-Beitrag auf ahoi-linz.at: „’5er-Bim‘: Eine neue Straßenbahnlinie für den Linzer Süden“ (06.03.2026)
- Ahoi-Gemeinderatsantrag: „5er-Bim. Eine tangentiale Straßenbahnlinie für den Linzer Süden (PDF)“
- Artikel auf meinbezirk.at/Linz: „Ahoi Linz will eine „5er-Bim“ für den Linzer Süden“ (09.03.2026)


