Ein kleiner Kulturimpuls für den Linzer Süden als große Hürde für die dafür Zuständige Stadträtin?
Im Dezember 2024 hat Ahoi Linz im Gemeinderat einen Antrag für ein „Sommerkino Kleinmünchen“ eingebracht. Die Idee war bewusst einfach gehalten: ein kostenloses, niederschwelliges Sommerkino mit populären Kinder- und Jugendfilmen direkt im Stadtteil. Der Antrag wurde damals einstimmig dem Kulturausschuss zugewiesen. Seitdem ist jedoch nichts passiert.
Das nehmen wir zum Anlass, nicht nur nach dem Stand dieses konkreten Projekts zu fragen, sondern auch grundsätzlich nach der kulturpolitischen Entwicklung im Linzer Süden.
Ein kleiner, konkreter Kulturimpuls
Das vorgeschlagene Sommerkino war als unkompliziertes Stadtteilformat gedacht. Eine Filmvorführung im Freien, mit Filmen für Kinder, Jugendliche und Familien, ohne Eintritt und direkt im Wohnumfeld. Ziel war ein niederschwelliges Angebot, das Menschen im Stadtteil zusammenbringt und Kultur und Alltag miteinander verbindet.
Der Antrag wurde im Dezember 2024 im Gemeinderat behandelt und einstimmig dem zuständigen Kulturausschuss zugewiesen. Nach dem Bericht dazu ist seither jedoch keine Umsetzung erfolgt. Deshalb haben wir nun eine Anfrage an die zuständige ÖVP-Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer gestellt. Darin fragen wir unter anderem, ob ein „Sommerkino Kleinmünchen“ im Sommer 2026 geplant ist, ob es bereits konkrete Überlegungen zur Umsetzung gibt oder warum das Projekt bislang nicht realisiert wurde.

Kulturangebote und Stadtentwicklung
Das Sommerkino war von Anfang an als kleiner Impuls gedacht, der eine größere Frage berührt: Wie werden kulturelle Angebote in Linz räumlich verteilt? Viele kulturelle Institutionen und Veranstaltungen konzentrieren sich in der Innenstadt. Gleichzeitig hat es in den südlichen Stadtteilen in den vergangenen Jahren einen starken Bevölkerungszuwachs gegeben. In den Stadtteilen Neue Heimat, Kleinmünchen-Auwiesen, Ebelsberg und Pichling leben mittlerweile mehr als 60.000 Menschen, und insbesondere in Ebelsberg entstehen weiterhin viele neue Wohnungen.
Diese Entwicklung wirft auch eine soziale Fragen auf. Wenn die Bevölkerung wächst, stellt sich die Frage, wie sich auch kulturelle Angebote im Stadtgebiet weiterentwickeln und wie wohnortnahe Angebote in den Stadtteilen gestärkt werden können.
Kultur als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge
In Linz gibt es zu Recht ein politisches Bekenntnis, dass kulturelle Angebote Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge sind. Kultur soll für möglichst viele Menschen zugänglich sein und nicht nur an wenigen, elitären Orten stattfinden.
Aus unserer Sicht gehört dazu auch die Frage der räumlichen Erreichbarkeit. Gerade niederschwellige Formate im öffentlichen Raum können dazu beitragen, Kultur im Alltagsleben der Menschen zu verankern und neue Begegnungsräume in den Stadtteilen zu schaffen.
Mit dem Vorschlag eines „Sommerkino Kleinmünchen“ wollten wir genau einen solchen kleinen, konkreten Impuls setzen. Unsere Anfrage soll nun klären, wie es mit diesem Projekt weitergeht und welche weiteren kulturpolitischen Initiativen für den Linzer Süden geplant sind.
Weiterführende Informationen und Links:
- Blog-Beitrag von Ahoi Linz: „Sommerkino Kleinmünchen – Kultur im Stadtteil“ (22.08.2025)
- GR-Anfrage an Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer: „Kulturimpulse im Linzer Süden“ (PDF) (10.03.2026)


