Get it done, get it Domgasse.

In der nächsten GR-Sitzung bringen wir einen Antrag zur Domgasse ein, mit acht konkreten Lösungsansätzen, um den Umgestaltungsprozess in der Domgasse finalmente zu einem guten Ende zu bringen.

Zu Beginn der Legislaturperiode wurde unser Antrag „Neue Domgasse – für ein lebendiges Linz“ im Linzer Gemeinderat einstimmig beschlossen. Es folgten ein partizipativer Stadtgestaltungsprozess sowie 2023 die Umsetzung eines Pilotprojekts, das trotz begrenzter Mittel einen spürbaren positiven Impuls setzte und wertvolle Erkenntnisse für die weitere Entwicklung lieferte. Im Zuge der Baumpflanzoffensive im
Rathausviertel wurde der Baumbestand in der Domgasse durch einige neue Bäume nach dem Schwammstadtprinzip ergänzt. Ein im Dezember 2025 vorgelegter Amtsantrag zur Überführung des Pilotprojekts in eine dauerhafte Lösung fand keine Mehrheit* im Gemeinderat.

Nach Gesprächen mit verschiedenen Akteuren, möchte wir mit diesem Antrag Lösungsansätze zur Debatte stelle, um die Umgestaltung dieser
repräsentativen Gasse im Herzen von Linz erfolgreich abzuschließen. Für eine neue Domgasse und ein lebendiges Linz!

Ausgangslage, Zielsetzung und Prioritäten der Umgestaltung

Der vorliegende Vorschlag akzeptiert den politisch mehrheitsfähigen Weg einer Begegnungszone in der Domgasse und berücksichtigt die Versorgungsfunktion des innerstädtischen Hauptpostamts und die Interessen der Post. Ziel ist eine qualitätsvolle und zugleich kostengünstige Umgestaltung, die sich auf die drängendsten Probleme konzentriert und gleichzeitig langfristige Optionen offenhält.

Der Verkehr in der Domgasse konnte bislang nicht wie gewünscht reduziert werden, da die bestehende Beschilderung keine ausreichende Verhaltensänderung bewirkt. Die Domgasse wird weiterhin häufig auf der Suche nach Parkplätzen durchfahren, insbesondere von ortsfremdem MIV und zu Zeiten, in denen die Post und innerstädtische Handelsbetriebe geschlossen haben. Gleichzeitig bestehen gravierende Defizite bei barrierefreien Wegbeziehungen, und die temporären Begrünungs- und Möblierungselemente sind keine dauerhafte Lösung für eine repräsentative Innenstadtlage. Zudem kommt es zu unkontrolliertem Parken, was die Aufenthaltsqualität beeinträchtigt. Für die Gastronomiebetriebe und das gastronomische Angebot in der Innenstadt sind die geschaffenen Gastgärten zwar ein wirtschaftlicher Impuls, jedoch fehlt Klarheit über die zukünftige Entwicklung der Domgasse. In Summe ergibt sich Handlungsbedarf und die Notwendigkeit eines zeitnahen Abschlusses des Umgestaltungsprozesses.

Im Unterschied zum Amtsantrag vom Dezember 2025 setzt dieser Vorschlag andere Prioritäten: Der Fokus liegt auf der Verbesserung zentraler Wegebeziehungen und der Barrierefreiheit, insbesondere in der Engstelle zwischen Pfarrgasse und Domgasse sowie rund um den „Platz vor dem Alten Dom“. Gleichzeitig schlagen wir vor, auf eine weitere Baumpflanzung nach dem Schwammstadtprinzip zu verzichten, da im Zuge der Baumplanzoffensive bereits eine substanzielle Begrünung erfolgt ist und zusätzliche Pflanztröge vorgeschlagen werden. Ebenso schlagen wir vor, auf Gehsteigkantenvorziehungen (etwa im Bereich nördlich des Alten Doms, gegenüber Domgasse 12) zu verzichten und finanzielle Mittel für Pflasterungen so einzusetzen, dass diese eine verkehrsberuhigende Wirkung, barrierefreie Wegebeziehungen und hohe Aufenthaltsqualität ermöglichen.

Der Bereich Domgasse / Graben / Taubenmarkt wird in diesem Vorschlag bewusst nur mit optionalen und kostengünstigen Interventionen behandelt, da am Graben und Taubenmarkt eine umfassendere verkehrliche Gesamtlösung erforderlich ist, die über das Projekt einer neuen Domgasse hinausgeht.

LÖSUNGSANSÄTZE

  1. Kundenparkplätze für die Post in der Kollegiumsgasse und Forcierung des öffentlichen Durchgangs

    Postkundïnnen müssten nicht mehr in die Domgasse einfahren und über Taubenmarkt und Graben ausfahren. Das spart Zeit und Ärger aus Sicht der Kundschaft. All jene, die a) keinen Parkplatz am Kundenparkplatz in der Kollegiumgasse b) sehr schwere Pakete haben oder c) schlecht zu Fuß sind können immer noch in die Domgasse einfahren. Insgesamt stärkt die Maßnahme den Poststandort und sorgt für eine weitere Verkehrsberuhigung in der Domgasse. Mittelfristig könnte ebenso ein Durchgang durch die Kunstuniversität angestrebt werden. In einem Gespräch mit dem Standortverantwortlichen der Post wurde dieser Lösungsansatz begrüßt.

    2. Barrierefreie Wegbeziehungen Pfarrgasse – Domgasse – Kunstuniversität – Post

    Eine niveaugleiche Pflasterung in der Engstelle zwischen Pfarrgasse und Domgasse würde barrierefreie Wegbeziehungen zwischen der
    Pfarr- und Domgasse, sowie eine barrierefreie Querungsmöglichkeit zwischen dem Gehsteig im Bereich Domgasse Hausnummer 2 und der Kunstuniversität bzw. der Post schaffen. Dies wäre im Sinne einer barrierefreien Stadt eine erhebliche Verbesserung und würde auch verkehrspsychologisch ein klares Signal an alle Verkehrsteilnehmerïnnen senden: „Hier ist eine Begegnungszone“. Dies lädt einerseits Fußgängerïnnen/Radfahrerïnnen ein, den ganzen Straßenraum zu nutzen, andererseits entschleunigt es den MIV.

    Symbolbild niveaugleiche Pflasterung, KI-generiert.

    3. Freiluftschach für die Innenstadt

    Derzeit gibt es kein aktives Freiluftschach in der Innenstadt. Ein solches Angebot hätte echten Neuigkeitswert und würde den Stadtraum sichtbar aufwerten. Der Standort ist dafür gut geeignet, da er geschützter liegt und weniger durch Veranstaltungen beeinträchtigt wird als das aktuell weitestgehend ungenützte Freiluftschach im südöstlichen Eck des Hauptplatzes. Der Schach Landesverband Oberösterreich begrüßt diese Idee und würde sich auch organisatorisch einbringen. Im Vergleich zu zusätzlichen Baumpflanzungen ist diese Maßnahme deutlich kostengünstiger und lässt zugleich mehr Spielraum für zukünftige Nutzungen dieses Teilbereichs der Domgasse.

    4. Platz am Alten Dom

    Eine niveaugleiche Pflasterung und Gestaltung eines „Platz am Alten Dom“ würde barrierefreie Querungsmöglichkeiten zwischen Hauptplatz und Domgasse und eine ästhetisch ansprechende Verbindung zwischen Hauptplatz und Domgasse schaffen. Zudem würde ein „Platz am Alten Dom“ den Alten Dom in Szene setzen und den MIV in der Begegnungszone in diesem entscheidenden Bereich entschleunigen.

    Symbolbild „Platz am Alten Dom“, KI-generiert.

    5. Konsumzwangsfreie Zonen, Stadtmöbel, Pflanztröge und Gastgärten:

    Weitestgehend analog zum Vorschlag im Amtsantrag vom Dezember 2025, welche auf den Erfahrungen der Pilotphase beruhen, sollten ansprechende, dauerhafte Stadtmöbel und Pflanztröge eingerichtet werden und den Gastronomiebetrieben eine qualitätsvolle Weiterentwicklung ihrer Gastgärten ermöglicht werden.

    6. Dekorative Elemente wie Wimpel:

    Gemäß dem Motto „leiten, lenken, locken“ könnten über den Verlauf der Domgasse Wimpel oder ähnliche dekorative Elemente (saisonal) angebracht werden, um die Repräsentativität der Domgasse hervorzustreichen. Dies sollte organisatorisch und finanziell durch die ansässigen Unternehmen getragen werden und könnte etwa durch den City Ring koordiniert werden.

    7. Optional: Bereich Richtung Graben / Taubenmarkt:

    Optional: Fahrbahnverengung mittels Poller, Prüfung eines Schutzwegs (zw. Casa Moda und BIPA) sowie eines Rechtsabbiegegebots für den MIV. Dadurch wird die Einfahrt in die Domgasse mittelfristig unattraktiver und die beengte Situation am Zebrastreifen (Graben 35/36) zumindest leicht entschärft.

    8. Optional: Temporäre Fußgängerzone

    Eine weitere Möglichkeit wäre es, zu bestimmten Zeiten (etwa Samstagabend, sonntags und an Feiertagen) eine Fußgängerzone zu erlassen (ausgenommen Anrainerïnnen, Anlieferung und Blaulichtorganisationen).

    Zu Beginn der Legislaturperiode wurde mit der Neugestaltung der Domgasse begonnen. Nun ist es an der Zeit, dass die Stadtregierung Handlungsfähigkeit beweist und das Projekt qualitätsvoll zu einem guten Abschluss bringt.

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