Trauninsel für Linz. Öffentlicher Luxus für Dich.

Zukunftsvision Trauninsel – Ansicht auf Höhe vom Schloss Ebelsberg (Grafik: Ahoi Linz)

Zukunftsvision Trauninsel – Ansicht auf Höhe vom Schloss Ebelsberg (Grafik: Ahoi Linz)

Der Verlauf der Traun auf dem Linzer Stadtgebiet war immer im Wandel: Vom Salzhandel über die großen Flussregulierungen bis hin zum Bau der Kraftwerke. Generationen vor uns haben die Traun genutzt und geformt. Nun ist es an uns, ein neues Kapitel in ihrer Geschichte zu schreiben. Aus diesem Grund bringen wir jetzt einen Antrag ein, um die Trauninsel entstehen zu lassen. Unser Motto: Insel soll Insel werden.

Ein Renaturierungsprojekt am Abschnitt zwischen dem Kleinwasserkraftwerk Traunwehr und der Ebelsberger Traunbrücke bietet die einmalige Chance, am Linzer Stadtgebiet eine Trauninsel zu gestalten. Ein Ort des öffentlichen Luxus, ein bisschen Urlaub im Alltag. Eine Insel für alle Linzerïnnen, frei zugänglich und kostenlos für alle. Gelegen mitten in der Stadt und doch mit Blick auf die Industrie, die Traunauen und den Fluss: ein einzigartiger Ort und eine einmalige Chance für den Linzer Süden.

Unser Konzept für die Trauninsel

Vom Kleinwasserkraftwerk Traunwehr, wo der Jaukerbach aus der Traun ausgeleitet wird, bis zum Traunspitz, wo die beiden Gewässer wieder zusammenfließen, erstreckt sich ein von Wasser umgebenes Gebiet: eine Insel. Diese Ausgangslage in Kombination mit dem Renaturierungsprojekt eröffnet die Möglichkeit, die Trauninsel langfristig zu entwickeln.

Ein zentraler Gedanke unseres Vorschlags ist es, den Abschnitt vom Kraftwerk bis zur Ebelsberger Traunbrücke als naturnahen, ökologisch hochwertigen Raum zu schützen und die soziale Nutzung bewusst flussabwärts zu verorten, um den Bereich der Oberen Traunauen vor übermäßiger menschlicher Nutzung zu schützen. Die leitende Idee dieses Konzepts zur Entwicklung der Trauninsel folgt einer räumlichen Logik: Höhere Nutzungsintensitäten in Nähe der dicht besiedelten Stadtteile Ebelsberg und Kleinmünchen sowie an den bestehenden (und zukünftigen) ÖV-Anbindungen zu ermöglichen (Jaukerbucht und Traunpark). Je weiter man sich flussabwärts auf der „Wilden Trauninsel“ in Richtung Traunspitz bewegt, desto unprogrammierter wird der Raum. Diese Abstufung erfüllt zwei Funktionen: Sie bündelt Nutzungen dort, wo sie infrastrukturell gut angebunden sind und reduziert gleichzeitig Nutzungskonflikte in sensibleren Bereichen.

(Grafik: Ahoi Linz)

Atmosphäre & Identität

Die atmosphärische Idee ist, einen Raum zu schaffen, der von starken Kontrasten lebt: einerseits das Mäandern der Traun, offene Schotterbänke und weite Wasserflächen im Bereich der Wilden Trauninsel, rechts des Flusslaufes die Auwälder. Andererseits Industrieanlagen, Schwerlasthafen, Schlackeberge im Hintergrund und am Horizont die Mühlviertler Hügellandschaft. Hochspannungsleitungen, Brücken und technische Infrastrukturen sind dabei kein Störfaktor, sondern sichtbare Zeichen der Linzer Identität als Industriestadt. Gerade diese Gleichzeitigkeit von Natur, Infrastruktur und Weite macht den Ort unverwechselbar und verleiht der Trauninsel jene eigenständige, rohe Schönheit, die nur Linz in dieser Form bieten kann.

Teilräume

Die Trauninsel soll sich im für soziale Nutzungen vorgesehenen Bereich flussabwärts der Ebelsberger Traunbrücke aus mehreren Teilräumen zusammensetzen, die jeweils unterschiedliche Qualitäten und Nutzungen ermöglichen.

(Grafik: Ahoi Linz)
Blick vom Traunspitz. (Foto: Ahoi Linz)
  • Jaukerbucht: Im Bereich rund um die bestehende Infrastruktur (Minigolf, Gasthaus, Schießanlage) kann durch eine Umgestaltung des Ufers eine Bucht und ein gut erreichbarer, belebter Treffpunkt entstehen. Denkbar sind flachere Uferzonen, Aufenthaltsbereiche am Wasser, ergänzende Gastronomie sowie Infrastruktur wie Sanitäranlagen.
  • Traunpark: Zwischen Ebelsberger Brücke und Westbahnbrücke entstehen Schotterbänke und ein Zugang zur Traun. Dadurch wird ein großzügiger Freizeit- und Erholungsraum geschaffen, der insbesondere zum Aufenthalt am Wasser und zum Baden einlädt. Eingerahmt wird dies in der Silhouette durch das Ebelsberger Schloss, die Bebauung im Panholzerweg und zukünftig durch die markante Bebauung auf der Kante der Sommergründe.
  • Wilde Trauninsel: Flussabwärts entwickelt sich ein anderes Bild: Rechts weite Wasserflächen und dahinterliegend, die Traunauen. Auf der linken Seite, flussabwärts schauend, verläuft die Lunzerstraße und im Hintergrund erstreckt sich das Industriegebiet. In diesem Teil der Trauninsel steht die freie Aneignung des Raumes im Vordergrund.
  • Traunspitz: Der Blick weitet sich, wo der Jaukerbach und die Traun wieder zusammenfließen. Rechts die Traunauen, vorne der Schwerlasthafen, die Schlackeberge.

Nutzung & Mehrwert

Die Trauninsel soll ein vielseitig nutzbarer öffentlicher Raum werden. Die folgenden Nutzungen verstehen sich als Ideensammlung, deren konkrete Umsetzung im weiteren Prozess zu prüfen ist:

  • Spazieren, Aufenthalt und Erholung im Alltag
  • Baden im Fließgewässer als besondere Qualität im Sommer
  • Spielplatz für Kinder
  • Sportliche Aktivitäten wie Laufen, Ballspiele, etc.
  • Sportangebote in hochwassersicheren Bereichen (zB Beachvolleyball, Basketball, Tischtennis)
  • Ausgewiesene Grillplätze als soziale Treffpunkte
  • Fischen im Rahmen der bestehenden Regelungen
  • Freiräume für Jugendliche, insbesondere in entfernteren Bereichen
  • Wassersport wie Stand-Up-Paddeln oder Schlauchbootfahren
  • Perspektivisch Veranstaltungen und Konzerte, unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen
  • Grundlegende Infrastruktur wie Sanitäranlagen
  • Hundezonen, idealerweise mit Zugang zum Wasser

Entwicklungsperspektiven

Im Bereich flussabwärts der Umfahrungsstraße Ebelsberg befindet sich eine Abwasser- und Abfallanlage der Linz Service GmbH. Das vorliegende Konzept ist daher so angelegt, dass die Schaffung eines hochwertigen öffentlichen Freiraums auch unter Beibehaltung dieser Infrastruktur und unabhängig von einer Verlagerung dieser Anlagen realisierbar ist. Gleichzeitig wäre es ein riesiger Gewinn, wenn sich mittel- bis langfristig zumindest für Teile dieser Infrastrukturen andere Standorte finden lassen würden. Insbesondere könnte dadurch ein noch zusammenhängender Naturraum entstehen sowie neue Möglichkeiten für eine attraktive Durchwegung, etwa in Form eines durchgehenden Rundwegs um die „Wilde Trauninsel“, geschaffen werden. Ebenso könnten am Jaukerbach, flussabwärts der Umfahrungsstraße Ebelsberg naturnahe Uferzonen mit Schotterbänken entstehen. Wir ersuchen daher den Bürgermeister gemeinsam mit den zuständigen Akteurïnnen zu prüfen, inwieweit perspektivisch einzelne Funktionen (etwa im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen) an alternative Standorte verlagert werden könnten.

Finanzierung

Die Renaturierungsmaßnahmen werden durch Mitteln aus EU-Förderprogrammen sowie durch übergeordnete Gebietskörperschaften finanziert. Die Ausgestaltung der sozialen Funktionen und der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum ist ein kommunales Interesse und sollte daher gezielt durch kommunale Mittel erfolgen. Bereits mit vergleichsweise geringen Investitionen kann hier großer Mehrwert für die Linzer Bevölkerung geschaffen werden. Ergänzend ersuchen wir den Bürgermeister private Akteure für eine freiwillige Mitfinanzierung zu gewinnen, um finanzielle Spielräume für eine herausragende Gestaltung zu generieren. Insbesondere Wohnbauträger und Grundeigentümer im Umfeld der Trauninsel würden unmittelbar von der Aufwertung des öffentlichen Raumes profitieren, da diese die Attraktivität und den Wert ihrer Projekte nachhaltig steigert. Darüber hinaus könnten auch Linzer Industriebetriebe sowie Akteure der Wirtschaft eingebunden werden, denn hochwertige öffentliche Freiräume erhöhen die Attraktivität von Linz als Lebensort und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Gewinnung und Bindung qualifizierter Fachkräfte.

Die Menschen sind da. Und sie suchen Erholung und Orte für Bewegung. Wäre es nicht schöner, wenn man seine Freizeit auch näher am Wasser und damit direkt im Grünen verbringen könnte? (Foto: Ahoi Linz)

Die Trauninsel: Ein Geschenk für Linz

Die Trauninsel entsteht als Ergebnis von Renaturierungsmaßnahmen. Auch wenn es dafür anfangs bauliche Eingriffe und Baumfällungen braucht, sollten wir den Blick auf die mittel- und langfristigen Effekte richten und diese Entwicklung als Geschenk für Linz und seine Bevölkerung begreifen. Ökologisch bringt die Renaturierung, besonders im Bereich der Oberen Traunauen, einen klaren Mehrwert. Gleichzeitig entsteht zwischen der Ebelsberger Traunbrücke und Westbahnbrücke ein neuer Zugang zum Wasser, der für alle Linzerïnnen, von jung bis alt, einen enormen Gewinn darstellt. Die Stadt Linz ist dabei in der komfortablen Lage, diese Veränderungen aktiv aufzugreifen und die sozialen Funktionen dieses neuen, generationenübergreifenden Raumes zu gestalten. Mit vergleichsweise geringen Mitteln lässt sich hier ein großer Zuwachs an Lebensqualität für die Bevölkerung, insbesondere im Linzer Süden, erzielen. Es geht also darum, das Potential dieses Geschenkes zu nutzen: Eine Trauninsel für Linz. Öffentlicher Luxus für die gesamte Bevölkerung.

Wenn dir diese Vision gefällt, sprich darüber: mit deinen Freundïnnen, mit Arbeitskollegïnnen oder in deiner Familie. Gute Ideen werden stärker, wenn viele Menschen darüber reden.


Linz – Stadt am Fluss.

Zum Glück konnte zumindest die Gewässerverschmutzung in unseren Breitengraden durch konsequenten Umweltschutz schrittweise zurückgedrängt werden. Die Wasserqualität hat sich deutlich verbessert. Heute erreicht die Donau im Linzer Stadtgebiet Badewasserqualität, und das Donaubaden erfreut sich wachsender Beliebtheit. Auch die Traun hat Badewasserqualität und mit unserem Antrag wollen wir die Traun wieder in die Mitte unserer Stadt bringen.

Der Fluss ist ein Symbol für die stetige Veränderung und vielleicht stehen wir an einem Punkt, wo wir unser Verhältnis zum Lebensraum Fluss neu denken. Wir setzen uns im Gemeinderat dafür ein, dass Linz nicht nur eine Stadt neben dem Fluss, sondern eine Stadt am Fluss ist.

(Foto: Ahoi Linz)

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