Im Flusslauf der Traun im Bereich der Oberen Traunauen besteht laut den vorliegenden Informationen des Projekts LIFE IRIS ein deutlicher ökologischer Handlungsbedarf. Anlässlich unseres Antrages „Trauninsel für Linz. Öffentlicher Luxus für Dich.“ wollen wir hier unseren Wissensstand darstellen.
Für weiterführende Informationen und konkrete Rückfragen ersuchen wir, die zuständigen Stellen des Landes Oberösterreich, insbesondere die Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft, zu kontaktieren oder die offizielle Projektwebsite von LIFE IRIS zu konsultieren. Wir übernehmen ausdrücklich keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der hier dargestellten Informationen. Der Zugang zu aktuellen und konsolidierten Informationen zu diesem Projekt gestaltet sich als herausfordernd. Da wir jedoch überzeugt sind, dass dieses Projekt von erheblicher Bedeutung für die Stadt Linz, die ökologische Entwicklung sowie die Bevölkerung ist, stellen wir unseren derzeitigen Wissensstand im Zusammenhang mit dem Antrag zur Trauninsel zur Verfügung.
Ökologischer Handlungsbedarf im Bereich der Oberen Traunauen
Die Ursachen für den ökologischen Handlungsbedarf im Bereich der Oberen Traunauen liegen in zwei weitreichenden historischen Eingriffen in den Wasserhaushalt der Traun am Linzer Stadtgebiet:
- Wasserausleitung: Ein beträchtlicher Teil des Traunwassers wird in den
Oberwasserkanal/Jaukerbach ausgeleitet. Dadurch führt die Traun im
Hauptbett deutlich weniger Wasser. - Flussregulierung: Das verbleibende Wasser fließt eingezwängt in einem zu engen, begradigten Flussbett. Die Traun kann nicht mehr mäandern, dadurch ist die Strömung stark und der Fluss gräbt sich zunehmend ein.

Dadurch kommt es im Bereich der oberen Traunauen zu einer fortschreitenden Sohleeintiefung. Diese Vertiefung der Gewässersohle senkt den Grundwasserspiegel und trennt den Fluss von den angrenzenden, wasserabhängigen Lebensräumen. Dadurch verschlechtert sich der ökologische Zustand sowohl der Traun selbst als auch jener der oberen Traunauen.
Die Vorgehensweise des Life Iris Projekts ist es, die Flusssohle der Traun zwischen dem Kleinwasserkraftwerk Traunwehr und dem Düker unterhalb der Brücke der Ebelsberger Umfahrungsstraße auf einer Länge von rund 3,5 Kilometern um etwa ein bis zwei Meter anzuheben, die Traun aus ihrem engen Korsett zu befreien und ihr wieder ein natürliches, freies Mäandern zu ermöglichen. Vorgesehen sind Laufverschwenkungen, Uferrückbauten und Umlagerungen, um naturnahe Uferzonen mit Schotterbänken entstehen zu lassen und die ökologische Dynamik des Flusses langfristig zu sichern.

Linz – Stadt am Fluss.
Linz und die mittlerweile eingemeindeten Orte Ebelsberg und Kleinmünchen sind an der Donau und der Traunmündung entstanden. Die Donau ist einer der größten Flüsse Europas, der seit Jahrhunderten Lebensader, Verkehrsweg, Wirtschaftsraum, Energieträger, Naturraum und Erholungsraum zugleich ist und die Traun hatte geschichtlich eine zentrale Bedeutung, um das Salz aus dem Salzkammergut zu transportieren. Die Donau und Traun prägen unsere Stadt, unsere Geschichte und unsere Identität. Und doch hat sich die Stadt, insbesondere im 20. Jahrhundert, zunehmend von den Flüssen entfernt. Die Entwässerung der Auen, große Hochwasserereignisse, der Bau von Kraftwerken sowie technische Eingriffe für die Schifffahrt haben die Donau und die Traun in ein enges Korsett gezwungen. Aus einem weit verzweigten Flussraum wurde vielerorts ein regulierte Ströme, die heute oft mehr an einen Kanal erinnert als an einen lebendigen Fluss. Der Donauraum und die Traun im Linzer Stadtgebiet bildet hier keine Ausnahme. Hinzu kam über Jahrzehnte der Missbrauch des Flusses als billige Senke für Abwässer aus Kommunen, Industrie und Landwirtschaft. Die Folge waren massive Verschmutzungen und eine zunehmende Abwendung der Bevölkerung von der Donau und Traun.
Zum Glück konnte zumindest die Gewässerverschmutzung in unseren Breitengraden durch konsequenten Umweltschutz schrittweise zurückgedrängt werden. Die Wasserqualität hat sich deutlich verbessert. Heute erreicht die Donau im Linzer Stadtgebiet Badewasserqualität, und das Donaubaden erfreut sich wachsender Beliebtheit. Auch die Traun hat Badewasserqualität und mit unserem Antrag wollen wir die Traun wieder in die Mitte unserer Stadt bringen.
Der Fluss ist ein Symbol für die stetige Veränderung und vielleicht stehen wir an einem Punkt, wo wir unser Verhältnis zum Lebensraum Fluss neu denken. Wir setzen uns im Gemeinderat dafür ein, dass Linz nicht nur eine Stadt neben dem Fluss, sondern eine Stadt am Fluss ist.



